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Eine starke Idee muss her


Unten v. l.: Markus Harzenetter, Andreas Tilly, Kristin Schubert, Graf Louis, Reuter, Gottfried Görig. (Fotos: Thomas Wilken)

(tom) Geschehen muss etwas. Und zwar bald. Denn sonst verfällt die Burgruine Freienstein noch mehr. Darüber waren sich alle Teilnehmer des hochkarätig besetzten Symposiums einig, die sich auf Einladung der Landesdenkmalpflege kürzlich im Gammelbacher Turnerheim, in der Alten Turnhalle Beerfelden und in der Ruine selbst getroffen hatten, um über die Zukunft des Kulturdenkmals zu sprechen. „Eine starke Idee muss her“, fasste der Chef der hessischen Denkmalpflege, Dr. Markus Harzenetter, die zwei Tage zusammen.

Harzenetter will „den Schwung aus dem Symposium mitnehmen“. Eine kleine Arbeitsgruppe, eine Art „Task Force“, soll zeitnah eingerichtet werden, um die besprochenen Themen zu vertiefen. Es gilt seinen Worten zufolge „schnell und konkret zu überlegen“, wie eine Voruntersuchung eingeleitet „und eine Vision entwickelt wird“. In diesem Zuge gelte es dann auch weitere Überlegungen wie eine touristische Nutzung mit einzubinden. Mit einem abgestimmten Konzept sei es leichter, auf die Entscheidungsträger zuzugehen, Gehör zu finden und Mittel lockerzumachen.

Dabei schwebt dem Leiter des Denkmalamts vor, sich zu Beginn nicht mit Klein-klein aufzuhalten. Wie Harzenetter betonte, muss die Definition des Ziels, „was wir erreichen wollen“, am Anfang stehen. Wenn das klar sei, gehe es darum, die auf dem Weg liegenden Probleme und Schwierigkeiten zu bestimmen und anzugehen. Sonst, machte er deutlich, „gehen wir mit leeren Händen raus“. Der Denkmalpfleger forderte, „Hindernisse nicht gleich als Stolpersteine anzusehen“.

Kommune und Landkreis haben ein großes Interesse daran, die Ruine Freienstein „als identitätsstiftendes Symbol für die neue Stadt Oberzent“ (Beerfeldens Bürgermeister Gottfried Görig) aufzuwerten. Der Rathauschef wünschte sich ein Konzept für die gemeinsame, nachhaltige Sicherung. Ähnlich der Kreisbeigeordnete Michael Reuter, gleichzeitig Vorsitzender des Denkmalbeirats. „Freienstein soll auf dem Dornröschenschlaf erweckt werden“, sagte er. Um möglichst schnell Nägel mit Köpfen zu machen, sollte man bald zusammensetzen. Was laut Bezirksdenkmalpflegerin Kristin Schubert für November angedacht ist. Nichts wäre für Reuter schlimmer als eine Veranstaltung nach dem Motto „gut, dass wir darüber geredet haben“.

In eine Arbeitsgruppe wird sich auch Louis Graf zu Erbach-Fürstenau als Grundeigentümer einbringen, machte er bei der Podiumsdiskussion deutlich. Er zeigte sich froh darüber, dass die Ruine „wieder auf die Agenda gebracht wurde“. Das Grafenhaus sei „für Lösungen ganz offen“, betonte er. „Wir werden uns als Eigentümer guten Ideen nicht verschließen.“ Er signalisierte sein „größtes Interesse“ an einer tragfähigen Lösung. Der Adlige beleuchtete die Entwicklung in den vergangenen 30 bis 40 Jahren mit der Sanierung nach dem Mauereinsturz.

Da man aufgrund der Vielzahl von Denkmal-Immobilien personell und organisatorisch nicht mehr in der Lage gewesen sei, sich der Freienstein angemessen zu widmen, sei die Vergabe in Erbbaupacht an Andreas Tilly erfolgt. Dieser monierte die fehlende Nachfolgesanierung. Er sei „in die Bresche gesprungen“, als nichts mehr ging, meinte Tilly. Es geht seinen Worten zufolge nicht nur um das Bauwerk, sondern auch um schützenswerte Natur. „Die Ruine ist ein Paradies, man muss es nur sehen“, so der Pächter.

Wo die Knackpunkte sein könnten, zeigte sich im folgenden Gespräch. Von Görig, Reuter wie auch aus dem Publikum wurden die Verbesserung der Zuwegung, eine Beschilderung, Möglichkeiten von Vereinsfesten und eine sanfte touristische Nutzung als erste Etappen ins Gespräch gebracht. Tilly wies in diesem Zusammenhang aber darauf hin, dass er die Haftung fürs gesamte Gelände habe. Ein Punkt, der geklärt werden soll.

Aus dem interessierten Besucherkreis heraus wurden noch einige Anregungen eingebracht, es entwickelte sich ein angeregter Austausch. So forderte man „eine Strategie zur Erreichung des Ziels“, weil sich sonst alle im Kreis drehen. Studenten der TU Darmstadt wünschten sich konkretere Vorhaben. Harzenetter lud sie daraufhin ein, sich in der Arbeitsgruppe zu engagieren.

Fazit:
„Viele interessante Beiträge“ gab es laut dem Leiter des Landesamts für Denkmalpflege, Dr. Markus Harzenetter, beim Symposium. So referierte etwa Prof. Barbara Schock-Werner, die Präsidentin der deutschen Burgenvereinigung, über die Rekonstruktion von verschiedenen Objekten in Europa. Peter Hartnagel vom landeseigenen Immobilienbetrieb sprach zur Bauunterhaltung an Schlössern. Dr. Gerd Strickhausen und Dr. Jürgen Leib hatten Burg Königstein und Burg Gleiberg im Fokus.

Harzenetter freute sich über die „Palette an konkreten Anregungen“ und das „gebündelte Erfahrungswissen“, das in den Vorträgen vermittelt wurde. Durch die Anwesenheit der politischen Vertreter aus Stadt, Kreis und Land wurde seinen Worten nach signalisiert, „dass die Burg auch ein Symbolprojekt sein kann“. Eine behutsame Sanierung soll den „malerischen Charme erhalten“, betonte er.

„Wir brauchen für die Ruine eine ständige Baubegleitung“, forderte Kristin Schubert, die im Vorfeld die organisatorischen Fäden gezogen hatte. Deshalb sei ein nachhaltiges Träger- und Nutzerkonzept nötig. „Es bringt nichts, alle 100 Jahre diesen Kraftakt zu machen“, meinte sie. Heutzutage sei man nicht in der komfortablen Lage, dass wie Ende der 1980er Jahre zur Sanierung „Millionen fließen“.

22.09.17

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